Friends of Spain besucht den neuen spanisch-deutschen Kindergarten in Hamburg


Am Montag, den 3. Februar hat Johannes von Stritzky, Content Manager bei Freinds of Spain, den neuen spanische-deutschen Kindergarten des Trägers Pedia in Hamburg.

Zur Begründung dieser neuen Partnerschaft übrreichte Johannes von Stritzky den Jungen und Mädchen im Namen von Friends of Spain eine Kiste voller spanischer Bilderbücher.

Der Besuch endete mit einem Interview mit dem Geschäftsführer des Kindergartens, Stefan Hensel, welches sie hier nachlesen können.



Una nueva guardería hispano-alemana para Hamburgo

Entrevista con Stefan Hensel, Gerente de Pedia gemeinnützige Bildung


Ihr habt vor Kurzem einen deutsch-spanischen Kindergarten in Hamburg eröffnet. Wie kam es zu der Idee? Warum ein neuer deutsch-spanischer Kindergarten für Hamburg?

Zum einen haben wir in der Vergangenheit in unseren anderen Kindergärten immer gute Erfahrungen mit Kollegen und Kolleginnen aus Spanien bzw. Lateinamerika gemacht. Und zum anderen sahen wir uns einer Nachfrage nach weiteren bilingualen Angeboten gegenüber. Wir haben bereits andere Angebote auf anderen Sprachen gehabt. Und da war es dann eigentlich sehr naheliegend, zu sagen, wir gucken uns mal an, welche Communities es hier gibt, die Interesse an einem solchen Angebot haben könnten. Und da sind wir dann relativ schnell auf Spanien und eine spanische Kita gekommen.

Da schließt dann gleich meine zweite Frage an. Was ist eure Zielgruppe?

Die Zielgruppe sind alle diejenigen, die möchten, dass ihre Kinder deutsch-spanisch aufwachsen, und Spanisch nicht nur als Nebensprache, sondern als gleichberechtigte Sprache erleben, und auch als gleichberechtigte Kultur. Das ist bei Spanisch etwas schwierig, weil der spanische Sprachraum sich sehr weit erstreckt. Die Eltern, die sich an uns wenden, sind vor allem binationale Paare, spanisch-deutsche, deutsch-lateinamerikanische, aber auch deutsche Eltern, die es toll finden, wenn ihr Kind einfach noch eine weitere Sprache mitbekommt. Außerdem gibt es auch gebildete Migrantenfamilien, die ein Interesse daran haben, dass ihr Kind zu der zweiten Sprache, die sie in der Familien bereits sprechen, noch eine dritte erlernt.

Auf eurer Website beschreibt ihr das innovative Konzept der Zwei-Sprachen-Erziehung. Was versteht ihr genau darunter?

Es ist so, dass in unserem Kindergarten immer ein spanischer und ein deutscher Muttersprachler anwesend ist, die auch beide konsequent in ihrer jeweiligen Muttersprache sprechen. Das heißt die Kinder sind den ganzen Tag in einem Sprachbad. Sie hören 50% Spanisch und 50% Deutsch. Sie können die spanischsprachigen Kollegen nur auf Spanisch ansprechen und die deutschsprachigen nur auf Deutsch. Und alle Aktivitäten sind auch immer auf zwei Sprachen. Also wir übersetzen zum Beispiel nicht, sondern Lieder werden nur auf Spanisch gesungen bzw. Geschichten nur auf Spanisch oder nur auf Deutsch vorgelesen. Und das ermöglicht es den Kindern, in kurzer Zeit viel aufzunehmen und ganz nebenbei zu lernen.

Zu eurer Firma Pedia gehören 7 Kindergärten und darunter ist ein deutsch-chinesischer, ein deutsch-russischer und eben jetzt auch ein deutsch-spanischer Kindergarten. Warum zweisprachige Kindergärten? Nur um die Sprache zu lernen oder geht es auch noch um andere Aspekte dabei?

Ich glaube, es gehört heute bereits zum europäischen Selbstverständnis, dass Menschen zwei- bzw. dreisprachig aufwachsen oder mehrere Sprachen fließend beherrschen, um zu kommunizieren. Darüber hinaus ist es inzwischen auch eine reale Anforderung, der sich die Menschen gegenüber sehen. Wir haben viele binationale bzw. mehrsprachige Familien. Es geht darum, eine Balance zu schaffen, für diejenigen Familien, die zum Beispiel aus Spanien oder aus Lateinamerika hierherkommen und deren Sprache hier bisher nicht so sehr wertgeschätzt wird. Wir wollen in unseren Einrichtungen diese Wertschätzung herstellen, damit die Kinder einen positiven Zugang zu ihrer eigenen Herkunftssprache und -kultur entwickeln können. Außerdem ermöglicht jedes bilinguale Kind mehr auch der deutschen Gesellschaft, sich weiter zu öffnen, neue Märkte zu erschließen etc. Aber primer geht es darum, dem Kind eine Wertschätzung seiner Herkunft mitzugeben.

Arbeitet ihr mit anderen deutsch-spanischen Bildungseinrichtungen in Hamburg zusammen, um zum Beispiel einen vollständig integrierten bilingualen Bildungsweg von der Kita bis zum Abitur anzubieten?

Wir haben ja gerade erste eröffnet. Wir suchen neue Partner. Wir arbeiten mit dem Instituto Cervantes zusammen. Wir glauben auch, dass wir nur ein Bestandteil von deutsch-spanisch-bilingualer Pädagogik hier in Hamburg sind. Denn es gibt viele andere interessante Einrichtungen hier. Es gibt Grundschulen, es gibt Gymnasien, es gibt entsendete Lehrer. Da sind wir einfach nur ein Baustein von vielen. Und es wäre schön, wenn sich das etwas zusammenführen ließe, weil die Erfahrungen, die jeder Einzelne macht, wertvoll sind und dazu beitragen könnten, dass man das ganze Angebot noch weiterentwickelt und ausdifferenziert.

Ich weiß, dass es in der Planungsphase ein Wunsch von dir war, von der Jungendarbeitslosigkeit und von der Krise betroffene Spanier und Spanierinnen einzustellen. Ist dir das geglückt? Wie hast du diesen Auswahlprozess organisiert? Was für Erfahrungen hast du gemacht?

Wir haben Anzeigen über die europäische Arbeitsvermittlung und über verschiedene soziale Netzwerke geschaltet und wir haben unglaublich viele Bewerbungen bekommen. Und dann haben wir letztendlich auch für den neuen deutsch-spanischen Kindergarten, Mitarbeiterinnen aus Spanien eingestellt. Darüber hinaus hatten wir so viele qualifizierte Bewerber, dass wir auch freie Stellen in unseren anderen Kitas in diesem Verfahren besetzen konnten. Und ich bin, ehrlich gesagt, überrascht gewesen, wie gut ausgebildet die Personen, und wie gut deren Kenntnisse der deutschen Sprache bereits waren bzw. wie schnell sich diese verbesserten, wenn sie eingangs nicht so gut waren. Schwierigkeiten gab es eher bei der Anerkennung vor allem der länger zurückliegenden Abschlüsse. Ich finde es erstaunlich, dass das überhaupt notwendig ist. Die Kolleginnen, die wir eingestellt haben verfügen über einen akademischen Abschluss und Berufserfahrung. Und dann werden sie nicht als ganz gleichwertig anerkannt, weil bestimmte einzelne Elemente nicht vergleichbar sind mit unserer Ausbildung hier. Und ich denke das könnte ein Problem sein, bei Einrichtungen, in denen alle Angestellten einen spanischen Abschluss haben. Dann würde vielleicht etwas verlorengehen. Aber für mich macht das keinen Sinn, weil Spanien ein hochentwickeltes Land ist. Wir haben gute Mitarbeiter gefunden und greifen auch weiterhin auf die Bewerber aus Spanien zurück, um freie Stellen auch in unseren anderen Kindergärten zu besetzen.

Heute war ein Repräsentant der Initiative Friends of Spain in Germany im spanisch-deutschen Kindergarten zu Besuch und ihr habt eine Partnerschaft begründet. Was hältst du von solch einer Initiative? Fühlst du dich als Dienstleistungsanbieter innerhalb der deutsch-spanischen Community angesprochen?

Ich glaube, dass so eine Initiative für uns sinnvoll ist, weil sie uns erlaubt andere Menschen kennenzulernen und es auch zeigt, dass wir es ernst meinen, mit dem, was wir wollen, dass wir zum einen verschiedene Kulturen integrieren wollen in dem Lernprozess von Kindern, und aber auch offen sind für Anregungen von außen. Und mich reizen darüber hinaus dieser Netzwerkgedanke und das doch sehr moderne Auftreten. Also es wirkt nicht wie eine staatliche Institution, sondern eher wie ein sehr dynamischer Verbund von Personen, die ein gemeinsames Interesse verfolgen. Und da finden wir uns durchaus wieder.







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